Sie hatte den Freitag unruhig in ihrer Wohnung verbracht,
wusste nicht, ob sie richtig, fair gehandelt hatte, als sie Wenders,einen ihrer besten Arbeiter, vor versammelter Mannschaft gemaßregelt und so gedemütigt hatte.
Wenders war etwas juenger als sie, hatte ebenso wie sie die Hochschule summa cum laude abgeschlossen und war seit einem knapper Jahr auf Empfehlung ihres Vaters, von dem sie den Betrieb übernommen hatte, als Leiter der Entwicklungsabteilung bei ihr beschäftigt und leitete diese bisher zu ihrer vollsten Zufriedenheit.
Es ist mal wieder an der Zeit, ja, mir fehlt was. Sicher, ich hatte ein Stück weit meine Erfüllung, aber mir fehlt was. Ja, ES fehlt mir. Der Gedanke, dir wieder ausgeliefert zu sein erfüllt mich mit einem wohligen Gefühl im Bauch. Meine Augen sind verbunden, ich sehe nichts. Ich lausche nur den Geräuschen die um mich herum sind, ich versuche mir vorzustellen was du vor hast. Da, eine Hand von dir, sie erfaßt die Meine. Ich spüre wie du mir Manschetten anlegst, erst an der einen, dann an der anderen Hand. Du befestigst etwas an ihnen, vermutlich ein Seil. “Lege dich auf den Rücken“, höre ich. Gewiß tue ich das, in der Erwartung auf das was da folgt. Du ziehst meine Arme nach oben und befestigst vermutlich das Seil an den Haken in der Wand. Jetzt liege ich schon sehr verletzlich vor dir. Du könntest Klammern an meine Brustwarzen befestigen, du könntest Wachs auf meine Brüste tropfen lassen aber nichts dergleichen passiert. Ich liege nur da, daß Gefühl nicht zu wissen was kommt, das ängstliche und doch wohlige Gefühl.
Wir sind schon einige Jahre verheiratet und wie in den besten Familien gibt es auch bei uns schon mal einen Streit, allerdings sind wir richtige Sturköpfe und keiner will den ersten Schritt machen um sich zu vertragen. Diesmal übertrieben wir es aber beide, unser Streit war nun schon über zwei Wochen her und man merkte das wir uns am liebsten um den Hals gefallen wären, aber keiner wollte den ersten Schritt machen.
Der große Augenblick war gekommen. Ute stand mit verbundenen Augen im Wohnzimmer, wo ich einfallsreich das Studio eines Schamhaar-Friseurs nachempfunden hatte.
Morgen sehe ich sie wieder, meine Göttin. Wenn ich nicht bei ihr bin, fühle ich mich nutzlos; es ist, als hätte meine Existenz keinen Sinn mehr. Wenn sie da ist, ist alles gut. Ich gehöre ihr, und meine Aufgabe ist es, sie um jeden Preis glücklich zu machen. ihr ist meine Welt perfekt, sie ist der Mittelpunkt meiner Welt. Es ist schon spät, und ich lege mich in Bett. Nackt. Ich stelle mir vor, wie sie meine Hände ans Bett fesselt, mir die Augen verbindet und mit ihren zarten Fingern an den Beinen hoch streicht. Meine Beine sind glatt, haarlos, wie der Rest meines Körpers.